Für Sie das 'Zitat des Tages' als Bildschirmschoner.
Ab sofort haben Sie das Solche Steilvorlagen wünscht man sich als Rhetoriktrainer, aber für Deutschland
und unsere Politik ist es leider kein gutes Zeugnis und gibt erneut Anlass zur
Sorge.
Am Montag (19.04.2010) wurde Peter
Ramsauer (Verkehrsminister, CSU) im ARD Morgenmagazin gefragt, was er zur
Kritik der Fluggesellschaften sagt, dass das Flugverbot über Deutschland nicht
nötig sei. Seine Antwort: "Das ist ja nicht nur eine Computersimulation,
wir haben selbst klare Nachweise von Vulkanasche über Deutschland
nachgewiesen.“ Da bislang kein Messflugzeug über Deutschland im Einsatz
war, einen entsprechenden Flug wird es erst heute Nachmittag geben, stellt sich
die Frage, wie das Bundesverkehrsministerium übers Wochenende zu diesen
Nachweisen gekommen ist? Aber schon in der Formulierung kann man erkennen, dass
der Verkehrsminister nichts weiß und nur versucht seine nachgeordneten Behörden
als "guter Patriarch“ in Schutz zu nehmen.
Immer wenn in einem Satz ein
Wort in zwei verschiedenen Formen - in diesem Fall als Subjekt und Verb -
benutzt wird (Nachweis, nachgewiesen), handelt es sich um eine Tautologie. Freud
hätte von einer geistigen Stolperei gesprochen, die auch Ihnen sicherlich schon
einmal als "Freudsche Fehlleistung“ über den Weg gelaufen ist. Unser
Unterbewusstsein macht so deutlich, dass wir bei diesem Sachverhalt nicht sicher
sind und vielleicht sogar bewusst die Unwahrheit sagen. Erfahrene
Verhandlungsführer werden eine solche Formulierung immer sofort hinterfragen und
den Redner dadurch in erhebliche Erklärungsnot bringen.
Im übrigen, wie
sieht denn der Nachweis von Vulkanasche in der Atmosphäre aus? Und selbst wenn
dort Vulkanasche ist, in welcher Konzentration und ab welchem Grenzwert ergibt
sich die Gefahr? Es gibt nach dem Interview mehr Fragen als Antworten. Bei bis
jetzt ausgefallenen 63.000 Flügen sind in Europa geschätzt 10.000.000 Reisende
vom Flugverbot betroffen, es wäre nicht nur für unseren Verkehrsminister
hilfreich, etwas sorgfältiger zu formulieren.
Lösung:
Wie wäre es, wenn Peter
Ramsauer gesagt hätte: "Die Entscheidung zunächst nicht zu fliegen, ist
in jedem Fall besser, als zu versuchen sich über die Natur zu erheben. Wie so
etwas ausgehen kann, haben die Polen gerade schmerzhaft in Katyn erfahren
müssen. Ich halte es für sinnvoller einen Termin zu verpassen, als abzustürzen.
Sobald die Experten mir sagen, es kann wieder gefahrlos geflogen werden, wird
das Verbot sofort aufgehoben.“
Es ist immer der gleiche Reflex,
wenn Sie jemanden angreifen, wird er sich rechtfertigen, geistig stolpern oder
sich in Widersprüche verwickeln und daher schlecht aussehen. In solchen
Situationen denken untrainierte Menschen nur noch mit dem Reptilienhirn und
benutzen statt der Großhirnrinde ihre Reflexe um zu reagieren. Wenn Sie, Herr
Seipp, Macht über Menschen erreichen wollen, greifen Sie an, kritisieren Sie
und nutzen Sie die Rechtfertigungen um einen triumphalen Sieg zu erreichen. Mit
der richtigen Taktik und einer guten Rhetorik gewinnen Sie jede Diskussion.
Ich lade Sie gerne zu
meinem Seminar "Rhetorik für die Spitze“ oder "Rhetorik für Unternehmer“ ein,
damit Ihnen solche peinlichen Auftritte erspart bleiben. Und über ein paar Euro
Nachlass, wenn Sie sich jeden Tag meinen Kommentar zum Zitat des Tages antun, können wir auch
gerne reden. Hier gibt es die Beschreibung "Rhetorik für die Spitze“ als PDF-Dokument und
hier die Beschreibung "Rhetorik für
Unternehmer“.
Mit herzlichem Gruß
Ihr Günter Seipp
P.S. In unserer Datenbank gibt es eine Reihe von schönen Tautologien, an denen Sie ablesen können, wie unsicher in schwierigen Situationen formuliert wird.